Wiederverwendungen, Rekontextualisierungen, Revivals von Kleidungsstilen und -objekten prägen derzeit akzentuiert die globale Mode sowohl auf der Ebene unterschiedlicher Designpositionen als auch im alltäglichen Umgang mit Kleidung und Mode.
Das Seminar befasst sich mit unterschiedlichen Zusammenhängen, in welchen alte und neue, gehypte oder weniger offensichtliche Formen der „Rekreation“ am Werk sind, die sich unterschiedlich lesen und interpretieren lassen. Tendenzen des aktuellen Modegeschehens, die auf die Neukodierung unterschiedlicher Ästhetiken ( Kitsch, Dekonstruktion, Maximalismus, Minimalismus etc.) setzen, werden hier untersucht. Die Erfindung lokaler Traditionen und die Rekonfiguration von Kleidungsobjekten im Kontext der globalen Mode sowie der globalen „Garderobe“ stehen des weiteren im Mittelpunkt der Diskussion zusammen mit einer kritischen Hinterfragung des Begriffs „Cultural Heritage“ im Kontext diverser Modenarrative. Das Zitieren mit oder ohne Anführungszeichen sowie das Kopieren und Faken werden in die Debatte einbezogen und dabei wird auch - anhand unterschiedlicher Beispiele - das Verhältnis von Mode zur eigenen Geschichte, zur Konstruktion von Zeitkategorien (alt vs. neu) sowie zu den damit verbundenen Wertesystemen kritisch reflektiert. In Bezug auf diverse Formate des modischen und kulturellen Revivals sowie vielfältige Prozesse der Wiederverwertung von Materialien adressiert das Seminar die kontinuierlichen Grenzverschiebungen in der Definition von „Authentizität“ und „Originalität“ und setzt sich dabei mit der Schaffung und Abschaffung von Wert im Bereich der Mode auseinander.